Die Magie des Stolzes

 

"Ein Mensch, wie stolz das klingt."

schrieb ein Dichter.

 

 

Stolz erleben wir oft als etwas, das uns nicht als selbstverständlich zur Verfügung steht.

Unsere Eltern waren stolz auf uns, wenn wir ihren Vorstellungen gerecht wurden. Später erlebten wir das in der Schule, auf der Arbeit in unseren Beziehungen...

Wir selbst sind mitunter sparsam mit unserem Stolz auf andere, wenn diese nicht unsere Bedingungen erfüllen.

So sperren wir den Stolz in einem Käfig der Bedingungen und Vorstellungen, gezimmert von anderen und von uns selbst, ein.

...und oft sitzen wir genau vor diesem Käfig und klagen unser Leid: "wie gerne wäre ich jetzt stolz auf mich, wie gerne wäre ich jetzt stolz auf meine Kinder u.s.w. und sofort". So bewegen wir uns im Kreis und bleiben selbst Gefangene vor dem Käfig der Bedingungen und Konditionierungen.

 

Fragen wir doch einfach mal den Stolz, wie es ihm damit geht und was er uns rät?

 

"Ja, ich bin der Stolz und ich bin stolz auf Dich, denn das ist meine Natur, doch leider nur in dem Maße, wie Du mich zulässt. Wie gerne möchte ich ganz und gar Dein Freund sein, mit Dir zusammen die Welt erobern. Doch Du sperrst mich hier in einen Käfig ein, der nicht mein Käfig ist, um mich gelegentlich wie einen dressierten Löwen zur Nachmittagsvorstellung im Circus vorzuführen. Alles was Du von mir erwartest sind konditionierte Kunststücke.

Lass mich frei und ich verspreche Dir wahre Wunder.

 

..und bitte, ich bin nicht nur ein Spanier, ein Deutscher, ein Isländer. Ja, das bin ich u.a. auch, sehr gerne sogar. Ich liebe kollektive Weisheiten und Vorzüge, wenn sie denn weise sind und ich liebe auch das Spezielle, denn das ist meine Natur. Doch vor allem liebe ich Dich.

Ich will mit Dir sein. Ich will Deine gequälten Zellen, Deinen Körper heilen, ich will Deine Gedanken erfrischen, ich möchte Dir helfen vom Schweren in das Leichte zu kommen, Ich möchte, dass Du froh, darüber bist, dass es Dich gibt. Ich wünsche mir, dass Du erkennst:

Du selbst bist das Beste was Dir je passieren konnte. Denn ich bin so stolz auf Dich, denn das ist meine Natur.

 

Bitte erlaube mir jetzt für Dich da zu sein. Du bist es wert. Niemand hat das Recht, wie gut es auch immer gemeint sein mag, Dir mich, Deinen Stolz und Freund abzuerkennen. Ja, wenn Du es Dir nicht besser vorstellen kannst, so nenne ich Dir jetzt ein Beispiel: liebes Menschenkind, ich bin auch stolz auf Dich, wenn Du z.B. mal zwei Wochen lang nur in den Sandkasten „furzt" und dabei ein lecker Bierchen nach dem anderen genießt. Denn ich  weiß weshalb Du das gerade tust und es ist mir so egal was andere darüber denken, geschweige denn urteilen.

 

Das Urteilen entspricht überhaupt nicht meiner Natur. Denn alles was fließen will, so auch Du und ich, benötigt kein Urteil. Viel mehr  erleben wir die Freude des Lernens. So gibt es auch keine Fehler, sondern ähnlich einem binären Bauplan mit den  Freunden "0" und "1" entscheiden wir uns welchen Weg wir weiterhin gehen wollen. So sind auch unsere Entscheidungen heilig und wiederum korrigierbar, indem uns erneut unsere Freunde "0" und "1" zur Verfügung stehen.

 

Liebe Eltern , was mir noch besonders am Herzen liegt ist folgende Botschaft an Euch:

Ich weiß, Ihr selbst seid an ein System von Bedingungen und Wertvorstellungen, an existentielle Herausforderungen gebunden.

Ich respektiere Euer liebevolles Bemühen, Eure Kinder darauf einzustellen. Denn Ihr wünscht Euch, dass wenn Ihr eines Tages mal nicht mehr da seid, Eure Kinder überleben können. Weshalb Ihr auch mich manchmal genau daran festnagelt.

Liebe Eltern, Ihr seid großartig. Doch bitte macht mich nicht daran fest, sperrt mich nicht schon wieder in einen Käfig, denn das ist nicht meine Natur und es hindert mich am fließen. Bitte lasst mich ganz und gar Anteil nehmen an Eurem Leben und an dem Leben Eurer Kinder, denn das entspricht meine Natur.

So habe ich jetzt eine sehr innige Bitte an Euch:

Wie immer sich Euer Kind auch entwickelt, ob es gute Noten nach Hause bringt, ob es Konzentrationsprobleme hat, ob es verspielt ist , ob es für Euch schlicht weg hoffnungslos zu sein scheint....Bitte macht an jedem Tag folgende Übung:

 

Stellt Euch bitte gerade hin, die Füße in Hüftbreite voneinander entfernt, legt Eure Hände in die Hüften und sagt mit erhobenen Kopf laut und deutlich: " ich bin stolz auf mein Kind." Könnt' Ihr übrigens auch für Euch selbst und für jeden anderen machen.

Durch diese spezielle Körperhaltung und durch die Kraft der Worte nehmt Ihr die Energie der Sorge heraus und Ihr beschützt Eure Kinder vor dem was auch Euch selbst einiges abverlangt.

Es unterstützt Euer Vertrauen, stärkt Eure Kraft und beschützt Eure Kinder.

 

Wenn Ihr Angst um Eure Kinder habt und selbst auch das Gefühl der Angst in Euch spürt, dann stellt Euch bitte aufrecht hin,  erdet Euch fest mit beiden Füßen und streckt beide Arme weit auseinander um sie dann nach oben hin, ähnlich einer Flamme, mit den Händen zu schließen. Sagt dann bitte dabei: "Ich bin stolz auf mein Kind, ich bin stolz auf mich."  Damit erzeugt Ihr Kraft und das Vertrauen in Euch. Wenn Ihr mögt, zündet eine Kerze dazu an, so manifestiert Ihr das Feuer der Liebe in Euer Leben.

Das sind Vorschläge, Eurer Phantasie und Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.

 

In Liebe Dein Stolz!

Danke für meine Freiheit und Danke für unsere Freundschaft!

Ich bin stolz auf Dich, denn das ist meine Natur."

 

 

P.S. Wenn Du mit meinem Vorschlag für die Übung nichts anfangen kannst. Vielleicht inspirieren Dich ja dann ein wenig diese stolzen Studenten aus Neuseeland. (Nach so einer Übung kann die Vorlsesung beginnen.)